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Woman of the Month August 2020: Aashrika Dhungel

Aktualisiert: Jan 17




Aashrika studiert in Hamburg an der Hochschule für angewandte Wissenschaften den Studiengang “Angewandte Informatik”. Zur Zeit schreibt sie ihre Bachelor-Arbeit, in der sie ein künstliches neuronales Netz baut und trainiert. Worum es dabei genau geht, erklärt sie euch am besten gleich selbst.


Anna: Hallo Aashrika, schön, dass du die Zeit hast für ein Gespräch. Kannst du uns vielleicht kurz deinen Werdegang beschreiben?


Aashrika: Ich bin vor einigen Jahren aus Nepal nach Deutschland gekommen. Dann habe ich ein Studienkolleg besucht und anschließend direkt angefangen angewandte Informatik an der HAW in Hamburg zu studieren. Momentan schreibe ich meine Bachelor-Arbeit und suche eine Arbeitsstelle.


Anna: Gab es ein ausschlaggebendes Ereignis, weshalb du dich für KI interessierst?


Aashrika: Bei angewandter Informatik lernt man viele Sachen über Software Entwicklung. Wir haben viele unterschiedliche Veranstaltungen, die aber nichts mit KI zu tun haben. Es gab nur eine - ich glaube sie hieß “Intelligente Systeme” - in der man ein bisschen über künstliche Intelligenz gelernt hat. Ich habe dann ein wenig darüber gelernt. Aber ich wollte etwas mehr lernen und habe deswegen extra ein Thema in diesem Bereich für meine Bachelor-Arbeit gewählt.


Anna: Was machst du in deiner Bachelor-Arbeit genau?


Aashrika: Ich trainiere ein künstliches neuronales Netz, damit es Bilder von Modeartikeln in mehrere Stufen klassifizieren kann. Um genau zu sein handelt es sich um ein Convolutional Neural Network. Es gibt ungefähr 25 Klassen von Bildern der Modeartikel (zum Beispiel Hose oder Bluse) und mein Convolutional Neural Network klassifiziert die Bilder in diese 25 Hauptkategorien. Zusätzlich findet das Netz heraus, welche Merkmale das Bild enthält, beispielsweise welche Farbe, welche Größe oder um welche Art von etwa einem Hemd es sich handelt, ein Frauen- oder ein Männerhemd. In Bezug zur Methodologie benutze ich zum Einen Transfer-Learning, das heißt ich nutze Netze, die bereits zur Bilderkennung trainiert sind. Zum Anderen mache ich zusätzlich ensemble Learning. Dieses benutzte ich um die Loss Rate zu verringern und die Accuracy zu erhöhen.


Anna: Was motiviert dich daran?


Aashrika: Heutzutage gibt es in so vielen Bereichen KI. Beim E-Commerce ist bisher in keinem System KI komplett integrierbar. Es gibt keine KI, die für weite Bereiche manuelle Arbeit komplett ersetzt. Aber das ist eigentlich machbar mit KI, obwohl es sehr viel Zeit und eine große Menge an Daten braucht. Ich möchte daran mitwirken, bestimmte manuelle Tätigkeiten mit KI zu ersetzen, insbesondere im Bereich E-Commerce.


Anna: Was würdest du anderen Frauen mitteilen wollen, die sich vielleicht für diesen Bereich interessieren?


Aashrika: Also Ich würde vorschlagen es einfach einmal zu versuchen, mit irgendetwas anfangen, es gibt im Internet genug Lernmaterial um anzufangen. Im Laufe der Zeit lernt ihr auch viel. Wenn euer Interesse auch groß ist, dann glaubt an euch und macht weiter.


Anna: Letzte Frage, was sollte sich deiner Meinung nach in der Branche verändern damit Frauen motivierter sind in dem Umfeld zu arbeiten?


Aashrika: Ich denke, der Frauenanteil ist niedrig, weil Frauen gar nicht so viel über KI wissen. Wenn mehr Informationen zu dem Thema verfügbar sind, könnte das helfen. Webinars und andere Lernveranstaltungen für Frauen können helfen. Euer Blog ist auch eine gute Möglichkeit sich zu dem Thema zu informieren. Ich denke es wäre außerdem gut, wenn auch in anderen angrenzenden Studiengängen (zum Beispiel Mathematik) KI-Veranstaltungen angeboten werden.


Anna: Danke dir für deine Zeit und vielen Dank für das Interview!