Suche
  • Anna

Support-Netzwerke und Informationsquellen zum Thema künstliche Intelligenz

Aktualisiert: Jan 3



Ihr startet gerade hochmotiviert in das neue Jahr und fragt euch jetzt: Wie kann ich mein Wissen rund um KI erweitern und wo finde ich (insbesondere als Frau) Support für mein Vorgehen? In diesem Beitrag möchte ich euch deshalb ein paar Netzwerke, Initiativen, Wissensquellen und Podcasts vorstellen, die ich bisher nutze.


Support für Frauen im Bereich KI


Women in AI (WAI) ist eine global agierende non-profit Organisation, die sich dafür einsetzt den Frauenanteil bei der Repräsentation von und Partizipation in KI zu erhöhen. Jährlich wird im Herbst ein WAI Global Summit veranstaltet, an dem ich 2020 auch teilgenommen hatte. Der Summit war wirklich gut organisiert und hatte interessante Speaker. Eine Mitgliedschaft bei WAI ist kostenlos. Im Vordergrund steht das Netzwerken mit anderen Frauen aus der Branche. Diesbezüglich ist auch der Slack-Channel von WAI sehr zu empfehlen.


Women in Machine Learning & Data Science (WiMLDS) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen und geschlechtliche Minderheiten zu unterstützen und zu fördern, die in den Bereichen maschinelles Lernen und Data Science praktizieren, studieren oder sich dafür interessieren. Der Blog und die Events sind seit 2019 leider eingeschlafen, aber das Job Board wird noch regelmäßig mit aktuellen Stellenanzeigen gefüllt.


Women in Machine Learning (WiML) reiht sich ein in die global agierenden Organisationen, welche drei Ziele verfolgt: den Frauenanteil im Bereich Machine Learning zu erhöhen, den Erfolg von Frauen in diesem Bereich zu fördern und damit einhergehend den Einfluss, den Frauen auf dieses Feld haben, zu erhöhen. Jedes Jahr veranstaltet WiML einen gut organisierten Workshop. Daneben gibt es zahlreiche weitere interessante Events, etwa speziell für schwarze Frauen. WiML wird unterstützt von Unternehmen wie Microsoft, Google, Apple, Amazon oder IBM.


PyLadies ist eine weltweit agierende Gruppe von Entwicklerinnen, die sich für die Programmiersprache Python begeistern. Insbesondere in Python werden viele KI-Modelle entwickelt und trainiert, weshalb KI-Interessierten meistens empfohlen wird, Python zu lernen. Außerdem gibt es für diese dynamische Programmiersprache zusätzlich etliche Einsatzmöglichkeiten. PyLadies hat sich das Ziel gesetzt, Frauen dabei zu helfen, aktive Teilnehmerinnen und Führungskräfte in der Python-Gemeinschaft zu werden. Über die ganze Welt verteilt gibt es hierzu lokale Gruppen, beispielsweise auch in Hamburg, die regelmäßig Meetups veranstalten.


R-Ladies ist das Äquivalent zu den Pyladies für R. Auch hier handelt es sich um eine global agierende Organisation mit lokalen Gruppen. In Deutschland gibt es beispielsweise in Berlin und Frankfurt Gruppen. Ziel ist es, die Geschlechtervielfalt in der R Gemeinschaft zu fördern. R wurde ursprünglich hauptsächlich für statistische Auswertungen und Visualisierungen verwendet. Mittlerweile kann man R (mittels passender Pakete) aber auch für Machine Learning und künstliche neuronale Netze verwenden. R ist besonders im wissenschaftlichen Kontext sehr beliebt.


Support für Frauen im Tech-Bereich allgemein


Moinworld aus Hamburg hat mich bereits viel unterstützt: ich habe (pre-Corona) an lokalen Meetups teilgenommen, ich hatte das Glück in der ersten Kohorte des Mentoren-Programms teilzunehmen und ich nehme weiterhin regelmäßig an den mittlerweile virtuellen Veranstaltungen statt. Moinworld verfolgt das Ziel, eine Entwickler Community zu erschaffen, in der Frauen und Mädchen die gleichen Möglichkeiten haben, die digitale Zukunft mitzugestalten, wie Männer. Neben den Veranstaltungen und dem Mentoren-Programm bietet Moinworld auch Programmier-Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an, beispielsweise für Python oder SQL.


Women Who Code ist global aufgestellt mit lokalen Gruppen, in Deutschland gibt es eine Gruppe in Berlin. Die Organisation möchte Frauen dazu motivieren, eine Karriere im Tech-Umfeld anzustreben. Die lokalen Gruppen veranstalten regelmäßig Meetups und über den Blog erhält man weitere nützliche Informationen. Das Job Board ist zwar aktuell, aber leider liegt der Fokus sehr auf Jobs in den USA.


Girls Who Code fokussieren sich auf Mädchen und junge Frauen um den Gender Gap im Tech Bereich zu schließen. Oft passiere es, dass Mädchen im Alter zwischen 13 und 17 das Interesse an Computern verlieren würden. Die Organisation möchte daher besonders diese Altersgruppe fördern, unter anderem durch Clubs, Sommerprogramme und spezielle Kurse. Bisher gibt es leider noch keine lokale Gruppe in Deutschland.


Women Techmakers ist ein Programm von Google, um Frauen im IT Sektor eine Plattform zu geben. Neben Events wie Meetups, Summits und Hackathons kann man sich als Botschafter engagieren oder für ein Stipendium bewerben.


Fix-IT. Fixing IT for Women von der TU Berlin hat das Ziel, einen inkludierenden Kulturwandel in der Informatik anzustoßen. Diesbezüglich werden Workshops für Lehrkräfte und Dozent:innen angeboten, um stereotype Vorstellungen von Geschlecht im technischen Diskurs sichtbar zu machen und so zu einer nachhaltigen Veränderung in der Informatik beizutragen. Für Bildungsangebote im Digitalisierungskontext stehen außerdem eine umfangreiche Bibliographie zum Thema "Gender und Digitalisierung", ein Toolkit für einen genderkompetenten Umgang von Sprache sowie eine Onlineplattform mit einer systematisierten Literatur- und Materialsammlung zur Verfügung.


Female One Zero bietet unter den Kategorien People, Worklife, Skills, Video, Community und Jobs interessante Beiträge, Interviews und Stellenanzeigen. Ein besonderer Fokus liegt bei der Gründerszene, hierfür gibt es extra den Bereich Founders Zone, in der u.a. Co-Founder gesucht werden.


She transforms IT hat das Ziel, dass mehr Frauen an der Digitalisierung partizipieren, konkret in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Politik. Die Initiative wird unterstützt von einem sehenswertem Netzwerk von Frauen und agiert bisher hauptsächlich über LinkedIn.


Interessante Informationsquellen allgemein


The Batch ist ein wöchentlicher Newsletter von Andrew Ng, in dem übersichtlich über die neuesten KI-Trends aus vorwiegend technischer Perspektive berichtet wird. Andrew Ng ist ein bekannter chinesisch-US-amerikanischer Informatiker, er ist Professor of Computer Science an der Stanford University und Gründer der Lernplattform Coursera. Er hat das "Google Brain"-Projekt gegründet und geleitet, das Deep Learning Algorithmen entwickelte. Bis vor kurzem leitete er die KI-Gruppe von Baidu, die Technologien in den Bereichen Deep Learning, Sprache, Computer Vision, NLP und anderen Bereichen entwickelt.


Linear Digressions ist ein Podcast von Ben Jaffe and Katie Malone, die in jeder Folge ein Data Science oder Machine Learning Thema diskutieren und erörtern. Der Podcast wurde zwar im Sommer 2020 eingestellt, lief aber über 5 Jahre wöchentlich. Dementsprechend gibt es viele Folgen, die sich lohnen zu hören. Manche Folgen beinhalten allgemeine Themen wie Gesichtserkennung oder KI in der Medizin, andere Folgen erklären spezifische KI-Aspekte, wie etwa die Funktionsweise eines Convolutional Neural Networks.


Das AI Now Institute der New York University ist ein Forschungsinstitut, das die sozialen Auswirkungen künstlicher Intelligenz untersucht. Das Institut konzentriert sich dabei auf die folgenden vier Bereiche: Rechte & Freiheiten, Arbeit & Automatisierung, Bias & Inklusion sowie Sicherheit und kritische Infrastruktur. AI Now veranstaltet jährlich ein Symposium. Außerdem findet man über die Website des Instituts Links zur aktuellen Forschung, Berichte und Reports sowie die letzten Aktivitäten von AI Now. Das Institut erstellt außerdem Kommentare und Stellungnahmen für politische Entscheidungsträger, zum Beispiel für die australische Menschenrechtskommission und deren Vorgehen zum Thema KI und Menschenrechte oder für die kanadische Regierung zum Thema KI und Datenschutz.


Daten verstehen ist ein Blog von Dr. Aleksandra Klofat, in dem monatlich einmal über Themen wie Data Science, Machine Learning und künstliche Intelligenz berichtet wird. Es gibt konkrete Anleitungen für Programmierungen, Datenvisualisierungen und ML-Algorithmen. Zielgruppe ist aber nicht nur Fachpublikum. Die Artikel sind so aufgebaut, dass man sie auch ohne großes Vorwissen nachvollziehen und verstehen kann. Außerdem sollen kleinen und mittelständischen Unternehmen KI-Lösungen aufgezeigt werden um zu zeigen, wie sie von spezifischen Anwendungen profitieren können.


Data2X verfolgt die Mission, die Verfügbarkeit, Qualität und Nutzung von Gender-Daten zu optimieren, um das Leben von Frauen und Mädchen weltweit praktisch zu verbessern. Von traditionellen Datensystemen bis hin zu neuen Datenquellen werden Möglichkeiten aufgezeigt, welche Methoden der Datenerhebung unvoreingenommen und geschlechtsspezifisch sind. Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton forderte im Juli 2012 in einer Rede in Washington die Gründung von Data2X als Stiftung der Vereinten Nationen. In ihrem Blog "The 2X Take" berichten sie über alles zum Thema Gender Data. Insbesondere interessant ist aber das Ressource Center: hier findet man umfassende Quellen (Datenbanken, Case Studys, Reports, Infographiken, u.v.m.) rund um geschlechtsbezogene Daten.


Lernende Systeme ist eine Plattform für künstliche Intelligenz, bei welcher Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den Bereichen Lernende Systeme und Künstliche Intelligenz den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen erörtern. Aus den Ergebnissen leiten sie Szenarien, Empfehlungen, Gestaltungsoptionen oder Roadmaps ab. Auf der Website finden sich u.a. interessante Landkarten, aus denen Standorte zu Studiengängen, Forschungseinrichtungen, Digital Hubs und Anwendungen rund um KI aufgezeigt werden. Es gibt außerdem eine umfangreiche Infothek und zahlreiche Praxisbeispiele.


Your Undivided Attention ist der letzte Tipp in dieser Liste, ein Podcast, der sich nicht direkt nur mit KI beschäftigt. Es geht vielmehr um den Wettlauf um Aufmerksamkeit in den sozialen Medien und welche Auswirkungen dies hat auf unsere Gesellschaft. Da KI aber auf Plattformen wie Facebook, Youtube, Twitter usw. nicht mehr wegzudenken ist, wird es in den meisten Episoden auch thematisiert. Wer auf Netflix The Social Dilemmagesehen hat, dem sind die beiden Gastgeber Tristan Harris und Aza Raskin bereits bekannt. Sie sind außerdem Gründer des Center for Humane Technology. Hierbei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Ethik moderner Technologie konzentriert.